Gelting Ostsee

Entstehungsgeschichte der Geltinger Birk

Geltinger Birk
Geltinger Birk

Die heutige Halbinsel Geltinger Birk ist erst im Laufe der Jahre zu dem Naturschutzgebiet geworden, dass sie heute ist. Einst lag vor der Küste Geltings die Insel Beveroe, was so viel heißt wie „Biber“ vom dänischen Bӕver. Durch Sandablagerungen bildeten sich vor der Festland-Küste sogenannte Strandwälle, langgestreckte Landzungen aus Sand, die im Laufe der Zeit die Insel mit dem Festland verbanden. Das Material für diese Wälle stammt von der Felsküste vor Falshöft.

Es wurde durch Wasserströmungen ständig weitergetrieben bis die Verbindung zur Insel entstand. Durch den Ausbau der Landzungen, auch Haken genannt, bildete sich zwischen diesen Haken, der ehemaligen Küste und der Insel Beveroe ein großer Strandsee. Diese vom offenen Meer abgeschnittene Wasserfläche wurde das Großer Noor oder auch Beveroer Noor genannt. Im Jahr 1824 wurde ein Deich vom Südwesten der Halbinsel nach Beveroe gebaut, der den Strandsee komplett vom Meer abtrennte und trockenlegte. Mit zwei Windmühlen, von denen die Mühle Charlotte noch heute steht, wurde das Gebiet entwässert. Heute befinden sich dort feuchte Biotope und durch Entwässerung gewonnenes Weideland.

Bereits im 19 Jahrhundert kam der Gedanke auf, das Gebiet der Geltinger Birk zu schützen. Gesetzlich wurde dieses Vorhaben aber erst um 1900 und später verankert (erste Naturschutzgebiets-ausweisung 1934). Zunächst ging es darum, die Landschaften zu schützen und ihre Eigenart zu gewährleisten. Das Gebiet war von Menschen noch wenig berührt und bot deshalb die Möglichkeit des Erhalts von seltenen Lebensgemeinschaften der Tier- und Pflanzenwelt.
Die Geltinger Birk hat sich bis heute zu einem Areal entwickelt, das in seiner Zusammensetzung, der Vielseitigkeit der Bodenverhältnisse und seiner Eigenart Voraussatzung für eine artenreiche Pflanzenwelt bietet.

Außerdem ist die Birk für viele Vogelarten ein beliebter Brut- und Rastplatz. Diese Gründe machten es unabdingbar, das Gebiet unter Naturschutz zu stellen und so wurde die Geltinger Birk 1934 zu eben diesem Naturschutzgebiet erklärt. Seit 1952 umfasst die unter Schutz stehende Fläche das gesamte Außendeichvorland der Halbinsel Geltinger Birk, die vorgelagerten seichten Wasserflächen sowie das weiter ins Festland reichende Geltinger Noor. Die innenliegenden Wasser- und Moorflächen sind ebenfalls Teil des Areals. 1986 wurde das Gebiet um weitere Flächen sowie um eine 300 Meter breite Wasserfläche zwischen Birknack und Falshöft erweitert.

Die Flächen des Naturschutzgebietes standen einst im Eigentum des Geltinger Barons Siegfried von Hobe. 1982 wurde ein Teil des Areals an die Stiftung Naturschutz verkauft. Durch Erweiterungen des Naturschutzgebietes umfasst die komplette Fläche heute 773 Hektar. Die Betreuung liegt seit 1977 in den Händen des Naturschutzbundes NABU Schleswig-Holstein.

Im Jahr 2003 wurde durch das Land Schleswig-Holstein eine Einrichtung geschaffen, die sich für Naturschutzziele in besonders bedeutsamen Naturräumen einsetzt und sich Integrierte Station nennt. Diese Station verknüpft die unterschiedlichen Anforderungen von Naturschutz, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, der Regionalentwicklung, wissenschaftlichen Untersuchungen und der Öffentlichkeitsarbeit und führt die unterschiedlichen Interessengruppen zusammen. Die Integrierte Station hat sich die Naturschutzarbeit vor Ort mit den Bürgern und Verbänden zum Ziel gesetzt und betreut die naturschutzfachliche Weiterentwicklung der Birk. Getragen wird sie vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume LLUR, der Gemeinde Nieby, dem NABU und der Stiftung Naturschutz.
Im ehemaligen Lotsenhaus in Falshöft erhalten Interessierte aktuelle Informationen über die Birk und können eine Ausstellung besichtigen. Außerdem bieten die Mitarbeiter der Station Birkführungen durch das Naturschutzgebiet an.

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